Unsere diesjährige Jahresfahrt ging mit dem Segelboot von Stavoren über Makkum, Terschelling und Harlingen zurück nach Stavoren

Nachdem wir im Jahr 2000 unsere Vereinsfahrt nach Bad Ems hinter uns haben, kommen die ersten Gedanken nach einer neuen Fahrt auf einem Segelschiff in Holland auf. Unter dem Motto „Wir wollen es noch einmal wissen“ werden Pläne geschmiedet und auf einer Versammlung beschlossen, es noch einmal zu wagen.
Am 29. Mai 2002 treffen wir uns zum gemeinsamen Frühstück in unserem Vereinslokal „Zum Eulenthal“. Unsere Wirtsleute haben uns ein phantastisches Frühstücksbuffet gestiftet.
Nachdem sich jeder ausgiebig gestärkt hat, wird zunächst unser fester und flüssiger Proviant im Bus verstaut, bevor unser Gepäck in dem noch vorhandenen Stauraum soeben untergebracht werden kann. Dann geht es endlich ab in Richtung Holland, vorbei an unserer besorgten Wirtin, die mit Rettungsring und Tüchern winkt. Else hat Bedenken
Nach einigen Staus in Holland erreichen wir um 14 Uhr unseren Abfahrtshafen Stavoren. Unser Skipper, Paul van Keimpema, bekommt einen schönen Schreck, als er unsere nicht mehr ganz junge Truppe, vor Allem aber unsere mitgebrachte flüssige Nahrung sieht. Er macht schließlich gute Mine zu bösem Spiel, überlässt uns später sogar die bordeigene Zapfanlage, weil unsere mitgebrachte so viel Strom braucht, dass beim Segeln, wenn der Motor abgeschaltet ist, die Bordbatterien leer werden.
Wir haben schon einige Schiffe gesehen, aber die „Linde“ ist bisher das Höchste– tolle Einrichtung, viel Platz– auch in den Kabinen und ein verständnisvoller Skipper mit seinem Maat Roland. unser Schiff
In Makkum versorgen uns unsere Frauen mit selbstzubereitetem Essen. In der Küche und bei der Vorbereitung der Tour sind besonders Elisabeth und Eva federführend, tatkräftig unterstützt von allen anderen Frauen. Und das Essen ist wie bei jedem bisherigen Segeltörn hervorragend. Das muss selbst unser Skipper neidlos anerkennen. Skipper mit unserem Küchenpersonal
Anschließend wird die Zeit bis zur Gesangsstunde mit einem Bummel durchs Städtchen verbracht. Dann, wie immer am ersten Abend eines Törns, unser gemeinsames Singen. Diesmal haben wir zum ersten Mal zwei Musikanten an Bord: Horst– wie immer– mit seinem Akkordeon und Werner mit der Gitarre. Unsere altbekannten Liederbücher werden beinahe durchgesungen. Noch nie hat Musik auf unserer Fahrt so schön geklungen! Skipper Paul und Maat Roland bleiben lange bei uns. unsere Musikerband
Nach einer kurzen Nacht legen wir ab zur Waddenzee-Insel Terschelling, die wir schon aus früheren Fahrten gut in Erinnerung haben. Es geht durch die Schleuse von Kornwerderzand und dann übers Watt Richtung Insel. Gut, dass wir so früh abgelegt haben, so ist uns in Terschelling ein guter Liegeplatz im Hafen sicher! Wir müssen nur über zwei Nachbarboote klettern, und schon haben wir festen Boden unter den Füßen! Nach Landgang und Abendessen tritt wieder unser Chanty-Chor in Aktion. Die Nachbarschiffe sind begeistert von unseren Sangeskünsten. Hier wird auch unser neuer Song aus der Taufe gehoben. Jeder hat beim Dichten der vielen Strophen mitgeholfen. Der Titel dieses wunderschönen Lieds: Ein Sack Zement,... Wir haben immer sehr viele Strophen gesungen, leider sind wir nie bis zur letzten gekommen! unsere Crewzur Vergrößerung klick aufs Bild!
Am anderen Tag steht ein ganz besonderes Ereignis an: Unser Mitglied Hans feiert mit Hanni seinen 40. Hochzeitstag! Die Frauen haben den Essplatz des Jubelpaares schön hergerichtet und mit Blumen geschmückt. Als das Jubelpaar erscheint, wird es mit einem Ständchen begrüßt. Von der Crew erhält es ein kleines Geschenk. Auch Skipper Paul will gratulieren und überreicht beiden je ein Sweatshirt mit einer Abbildung der „Linde“. Hans hält die ganze Mannschaft den ganzen Tag über– bis spät in die Nacht– mit geistlichen Getränken frei!
Am nächsten Morgen beschließen wir, nach Haarlingen zu fahren. Skipper Paul verspricht uns, dass alle gehbehinderte und unsicheren Mitfahrer trotz Ebbe oder Flut sicher an Land kommen, notfalls mit einem Bootsmannstuhl! Gottlob mussten wir davon keinen Gebrauch machen. Wir genießen Haarlingen bei schönstem Wetter mit Eis-Essen und flanieren. Wir erleben das Stadtfest mit Live-Musik und Kibbeling-Essen, bevor unser letzter Abend an Bord beginnt. Wir blicken zurück auf eine tolle Fahrt und singen zum Abschluss die letzt Strophe unseres Songs „ 125 Sack Zement...“ , oder war es nur die vorletzte Strophe?
Am nächsten Morgen nehmen wir Abschied von Haarlingen, fahren übers Wattenmeer zurück zur Schleuse Kornwerderzaand. Anschließend heißt es zum letzten Mal in diesem Jahr:“ Klaufall hoch!“ Norbert ist glücklich, er könnte die ganze Welt umarmen und verspricht, jeden zu zerschlagen, der noch einmal das Wort „Klaufall“ in den Mund nimmt. Pünktlich um 17 Uhr erreichen wir unseren Heimathafen Stavoren, wir können noch das absolut letzte Kölsch zapfen, dann haben wir alle Fässer leer. Wir machen unser Schiff klar, bedanken uns bei unserem Skipper mit unserem bekannten Lied für wunderschöne vier Tage auf den Holländischen Meeren und schleppen unsere Koffer und leeren Fässer von Bord.
Jetzt heißt es nur noch warten auf unseren Bus! Hierüber weiter zu berichten, schweigt des Webmasters Höflichkeit! Nur so viel: wir sind alle gesund zurück!
Beim nächsten Skatabend wurde schon wieder die Frage gestellt:“ Sollen wir es nicht noch einmal versuchen, zum letzten Mal???“
Alle waren sich einig: Das war die absolut beste Fahrt, die wir je unternommen haben. Kein Wunder: Feiern wir doch das zehn-jährige Bestehen unseres Vereins !